Thomas Kleemann


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Thomas Kleemann, Archiv 2011

Thomas Kleemann, Archiv, 2011
Aquagravure Bütten handkoloriert, 50 x 40 cm


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Biographie

1954 in Geesthacht geboren
1975 - 1981 Hochschule der Bildenden K¨nste, Berlin; Meistersch¨ler bei Prof. Johannes Geccelli
1982 Atelierstipendium der Stadt Kuopio, Finnland
1983 Stipendiat der Landesregierung Schleswig-Holstein, Casa Baldi, Olevano Romano, Italien
1986 - 1988 Stipendiat der Karl-Hofer-Gesellschaft, Berlin
- lebt und arbeitet in Berlin und Melz/M¨ritz



Ausstellungen

Einzelaustellungen
1984/85 Galerie Mora, Berlin
1986 Haus des Rundfunks, Berlin
Max-Planck-Institut, Berlin
1987 Galerie Mora, Berlin
1988 Galerie Thea-Fischer-Reinhardt, Berlin
Galerie Hauptwache, Wetzlar
1991 Bürgergalerie, Kiel
1993 Galerie Manfred Giesler, Berlin
1994 Galerie Thea Fischer-Reinhardt, Berlin
1995 Galerie Schlossgarten, Eutin
1997 Galerie Manfred Giesler & Georg Nothelfer
1999 Galerie am Großneumarkt, Hamburg
Galerie Brennecke, Berlin
2000 Kunstverein, Husum
2001 Kulturforum Villa Oppenheim, Berlin
2002 "Die Malerei - das Objekt der Begierde",
Erotic-Art-Museum, Hamburg
2003 St. Petri, Lübeck, ( Kurator: Björn Engholm )
ART Galerie Enno Becker, Berlin
2005 Ostholstein-Museum, Eutin
Galerie am Schloss, Ansbach
Villa Kellermann, Potsdam
2007 Galerie Besch, St. Ingbert
Galerie Anders, Düsseldorf
        
Ausstellungsbeteiligung
1980 Große Kunstausstellung, Neue Gruppe,
Haus der Kunst, München
1981 Landesschau schlesw.-holst. Künstler,
Kunsthalle, Kiel
1982 Landesschau schlesw,-holst. Künstler,
Kunsthaus Itzehoe
1986 Kunstpreis des Bundesministers der Justiz,
Berlin - München - Karlsruhe - Bonn
1987 Landesschau schlesw.-holst. Künstler,
Kunsthalle, Kiel
1988 "Umwelt - Kunstwelt", Umweltbundesamt, Berlin
1989 "Werkstattbericht",
Stipendiaten der Karl-Hofer-Gesellschaft,
Haus am Lützowplatz, Berlin
1990 Landesschau schlesw.-holst. Künstler,
Kunsthalle, Kiel
1991 "Hommage, so ist das Leben, Hermann...",
Berlinische Galerie, Berlin
Museum am Ostwall, Dortmund
1993 "Stipendiaten im Ausland", Landeskulturzentrum
Schloss Salzau, Schleswig-Holstein
1995 Landesschau schlesw.-holst. Künstler,
Landesmuseum, Schleswig
1997 ART-Frankfurt, Galerie Giesler & Nothelfer
Groß + Klein", Galerie Giesler & Nothelfer, Berlin
2000 Auf Böcklin...",
Galerie Manfred Giesler + Partner, Berlin
2002 "Bilderleben II", Hommage an Hermann Wiesler,
Märkisches Museum, Berlin
2003 Z! Zeitgenössisch! Kunst in Berlin,
KPM Quartier, Berlin
2004 "Biene Feld - Johannes Grützke - Thomas Kleemann",
Städtische Galerie, Speyer
2007 "Kunst im Schloss", Wertingen



Werkbeschreibung

Aus den Anfängen einer gestischen Malerei entwickelte Kleemann seine Dingbezogenheit, wie etwa in der Werkgruppe Haus und Hof.

Seit 2007 drängt die Werkgenese wieder weg vom “Ding”. Farben und Strukturen f&uunm;gen sich zu “Raum”, wobei illusionistische Anklänge und Farbräume einander durchdringen. Glaubt man da einen säulengestützten Betonvorbau zu erkennen, wandelt sich die dritte Dimension hier in Farbfläche, um in Struktur und Material doch Bildrelief zu realisieren. Die NEUEN BILDER führen ins Labyrinth polyperspektivischer Weltanschauungen.

Thomas Kleemann ist im soliden Sinn des Wortes ein Maler. Er beherrscht Farbe in ihrer Substanz, weiß mit Pigmenten und Materialien geradezu virtuos umzugehen. Trotz des konstanten Motivs der Linie, die aus Relieftiefe entsteht, wird die Bildsprache kontinuierlich weiter entwickelt. Immer spricht das Ringen mit der Materie aus diesen kraftvollen Werken, und immer transformiert sich die Spannung in Rhythmus, in eine energetisch uns einnehmende Lebensbejahung. Ob in seinen typischen sinnlichen Rottönen oder in der vornehm zurückhaltenden Weißgrauskala, die Bilder fesseln, ohne dass ein Motiv oder eine Erzählung dafür verantwortlich gemacht werden können.

Wenn sich die neuesten Werke mit der Tradition des perspektivischen Raumes auseinander setzen, so fasziniert die aus Erfahrung resultierende Mühelosigkeit, mit der komplexe Situationen entstehen. Auf einer tieferen Ebene führt das Gesehene in ein Erleben “innerer” Räume. Wege öffnen sich, sind doch verbaut, etwas lenkt wieder um, da findet sich das Überraschende.

Ausstellungsvita und Auszeichnungen entsprechen dem lebendigen Elan des Künstlers. Galerie Nothelfer, Berlin, Kunstpreis des Bundesministers der Justiz, Berlin-München-Karlsruhe-Bonn, Kulturhaus Kuopio, Finnland, Kulturhaus Darmstadt, Galerie am Großneumarkt, Hamburg, Kunstverein Husum, Ankauf der Werke durch die Allianz, Berlin, die Berlinische Galerie, Berlin, Commerzbank Berlin, debis AG, Berlin, DekaBank, Frankfurt a.M., Iduna Versicherung, Hamburg, Kultusministerium Schleswig-Holstein, Sparkasse Kiel, Schering AG, Berlin (Auswahl).

Ingeborg Besch


Anmerkungen zur Malerei Thomas Kleemanns

Das Erste, was beim Betrachten der Bilder Thomas Kleemanns ins Auge fällt, ist ein breiter, schraffurhafter Pinselstrich. Quastenartig, pastos, bestehend aus satter Binderfarbmasse und überkront mit Siliziumasche, ergibt er eine reliefartige, mit allen Schattierungen zwischen Schwarz und Weiß spielende Architektur.

Diese Grundstrukturen und ihre Grauvarianten sind die Basis für eine faszinierende Impression von Tiefe; sie imaginieren dreidimensionale Räumlichkeit in der Fläche des Bildträgers - so plastisch und so intensiv, dass der Blick des Betrachters buchstäblich in die Tiefe der Räume eingesogen wird.

Trotz der Plastizität des Farbauftrags bleiben die Bilder durchsichtig, sind sie vielschichtig, erscheinen sie spielerisch. Durch die Zufügung von selten mehr als einer leuchtkräftigen Farbe - lichtdurchflutetes Gelb, strahlendes Kobaltblau, glutvolles Rot-Orange, irdene Brauntöne - entstehen verrätselte Farb- und Lichträume. weder real noch virtuell, vielmehr imaginative Räume, die auf geheimnisvolle Weise im spontanen Malakt aus der Intuition des Künstlers entstehen. ( ... )

Wer will, wer seinem konventionellen Auge folgt und Bildtiteln traut, sieht in den Bildern Bücher, Avenuen, Häuser, Hangars, Bahnhöfe, Fenster, flaches Land.... Eine solche Wahrnehmung ist zulässig, verengt aber doch den Blick und wird der Malerei nicht gerecht.

Kleemanns Bilder sind eben keine Abbilder, haben keine realen Objekte im Sinn. Sie sind ebenso wenig realistisch wie abstrakt, vielmehr sind sie reine Produkte seines malerisch-kompositionellen Wollens und Könnens.

Anders gesagt: Diese Bilder, die in keine Stil- und Richtungsschublade passen, können getrost als transversale Malerei betrachtet werden. (...)

Björn Engholm

(Auszüge aus: Anmerkungen zur Malerei Thomas Kleemanns,
Katalog: Thomas Kleemann, Malerei 1985 - 2005, Ostholstein-Museum)




Kunst & Architektur

1980 2. Ankauf im Wettbewerb "Kunst im Stadtraum", Berlin
2000 Wandbild "The green Image", 270 X 470 cm,
Schering AG, Vorstandslobby, Hauptverwaltung, Berlin
2001 Teilnahme am geschlossenen Wettbewerb "Kunst am Bau",
Neubau der Gesamtschule Emser Straße - Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin



Bibliographische Hinweise

Johann Schlick, "Die Stiftung Hans.H. Henseleit - Stationen einer Sammlung", Katalog "Hans.H.Henseleit-Stiftung", Kiel 1993
Hermann Wiesler, "Realität in Farbe übersetzt", Katalog "Thomas Kleemann", Berlin 1987
Hermann Wiesler, "Bilderleben. Texte zur modernen Kunst. Bilder und Künstler 1967 - 1992", Wienand Verlag, Köln 1992
Hermann Wiesler, "Sensibilität - handfest und klar", Katalog "Thomas Kleemann - Malerei 1989 -1994
Hermann Wiesler, "Bilderleben II.", Herausgeber, C. Pricelius, Berlin, 2001
Wilhelm Gauger, "Imagination strichweise", Katalog " Thomas Kleemann - Malerei 1994 - 2001", Berlin, 2001
ISBN 3-00-007622-0
Manfred Giesler, "Ein Brief"
Björn Engholm, Katalog, "Thomas Kleemann - Malerei 1985 - 2005", Berlin 2005
ISBN 3-00-015549
Kürschners Handbuch der Bildenden Künstler, K.G.Saur Verlag GmbH, München, Leipzig, 1. Jahrgang 2005